Twitter Knigge: Ein paar Empfehlungen für ein besseres Miteinander

21. September 2010

in Twitter

Auf Twitter kann eigentlich jeder machen was er will. Und das Letzte was ich mit diesem Blogpost beabsichtige, ist Menschen vorzuschreiben, wie sie Twitter zu nutzen haben.

Doch ich bin nun schon seit Anfang 2007 dabei und wollte trotzdem mal ein paar Empfehlungen zusammentragen, die meiner Meinung nach Twitter für alle angenehmer machen könnten.

Hier also einige ganz subjektive Empfehlungen:

1. Erstelle ein Profilbild

Du musst nicht zwangsläufig ein Foto von dir selbst einstellen, aber das Standard Icon weckt wenig vertrauen.

2. Keine automatisierten Tweets (z.B. zum eigenen Blog)

Der Aufwand ist gering und resultiert im Vergleich zu einer Standard Nachricht auch in mehr Klicks.

3. Sinnvoller Gebrauch von .@twitterhandle

Einige Twitterer schreiben vor jedem Reply einen Punkt, was zur Folge hat, dass jeder Follower diese Antwort in seinem Twitter Stream sieht. Es sollte aber gut überlegt sein, ob a) die eigenen Follower überhaupt den Sinn des Tweets ohne die vorherige Konversation verstehen und b) ob die Antwort für diese auch nur ansatzweise interessant ist.

4. Wenig oder keine Werbung

Seit einiger Zeit gibt es Werbeprogramme wie MagPie, die das automatische Versenden von Tweets vergüten. Für viele Personen ist solch eine Tweet aber Anlass zum entfolgen. Überlegt euch gut, ob die Vergütung die ihr erzielt es wert ist eure Follower mit Werbung zu nerven. Gegen Eigenwerbung, also dem Verlinken auf einen gerade veröffentlichten Blogpost, haben die meisten jedoch nichts. Doch auch hier sollte man nicht übertreiben.

5. Dshini & Co

Einige Seiten wie dshini oder auch Browserspiele motivieren ihre Nutzer dazu, möglichst viele Seitenaufrufe zu generieren, die aber für den Besuchenden absolut keinen Mehrwert haben. Auch dies ist für viele mittlerweile ein Grund zum entfolgen geworden.

6. Richtige Verwendung des RTs

Auf Twitter gibt es drei gängige Retweet-Möglichkeiten. 1. Der reguläre Retweet über das Twitter System 2. RT @twitterhandle Zitat 3. Zitat (via @twitterhandle).
Nun kommt es trotzdem häufig vor, dass Twitterer den Retweet falsch verwenden und so anderen Personen Worte „in den Mund legen“ die sie nie geschrieben haben. Achte darauf, dass bei einem Retweet nicht der Eindruck entstehen könnte dass DEIN Kommentar vom geretweeteten stammt.

7. Nicht um Follower betteln

Das betteln um Follower wird zwar nicht von allen, aber von sehr vielen Twitterern als störend empfunden. Außerdem frage ich mich oft, was eine solche Aufforderung letztendlich bringen mag. Den Tweet „Leute, ich will heute noch auf 300 Follower kommen“ lesen doch nur Personen, die dir sowieso schon folgen.

8. Keine automatisierten „Willkommens DMs“

Auch wenn dieses Phänomen schon erheblich zurückgegangen ist und die Meiningen hierzu sicherlich auseinandergehen, nerven automatisch verschickte Direktnachrichten von neu Verfolgten viele Personen erheblich. Oft ist darin auch noch der Link zu einem Blog oder zu einer Webseite enthalten, die man mal besuchen soll. Wenn du einen neuen Follower begrüßen willst, mach das doch einfach manuell. Als Direktnachricht oder Erwähnung, das wird auf jeden Fall besser ankommen.

9. Following / follower Verhältnis

Mir persönlich ist es egal, ob jemand 4 oder 8.000 Follower hat. Solang es mich interessiert, was geschrieben wird, verfolge ich diese Person gerne. Doch wenn ich sehe, dass jemand exakt 2000 Leute folgt und von 58 verfolgt wird, werde ich skeptisch. Denn 2000 ist anfänglich die maximale Anzahl Followings und es erweckt den Eindruck, dass dieser Twitterer einfach ein Massen-Follow Tool genutzt und sich keinerlei Gedanken über die zu folgenden Personen gemacht hat.

10. Auf Replys antworten

Ich muss zugeben, dass ich diese Regel selbst nicht immer 100%ig befolgen konnte, aber man sollte sich schon bemühen. Ich denke auch jemand mit 10.000 Followern sollte sich die Zeit nehmen auf sinnvolle, direkte Fragen mit einem Reply zu antworten. Alles andere kann überheblich, eingebildet und unsympathisch wirken. Ausnahmen sind hier „richtige Twitter Stars“. Ab einer gewissen Gefolgschaft wird es wohl ohne ein eigenes Twitter Team unmöglich sein, jede Frage zu beantworten.

11. Fortsetzungstweets sparsam nutzen

Es gibt einige Dienste wie tweetlonger.com, die es ermöglichen Tweets mit Überlänge zu versenden. Jedoch widerspricht dies dem Twitter Prinzip von 140 Zeichen, welches nicht ohne Grund so eingeführt wurde. Ich bin der Meinung, solche Dienste sollten nur in absoluten Ausnahmefällen genutzt werden. Wer mehr zu sagen hat, sollte seinen Blog oder andere Publishing-Dienste im Netz nutzen.

12. Keine Tweets abschreiben

Ich sehe es immer wieder, dass ein Tweet im exakt gleichen Wortlaut abgeschrieben und veröffentlicht wird. Dies ist unfair gegenüber dem Verfasser des ursprünglichen Tweets.

13. Social Media Experten & Co.

Die Twitter Biografie wird meistens dazu genutzt etwas über sich zu erzählen, manchmal auch für einen lustigen Spruch. Was mir jedoch immer wieder auffällt ist, dass sich tausende Social Media Experten und ähnlich tolle Personen bei Twitter aufhalten. Dies wirkt oft unseriös, besonders dann, wenn der Link des Profils zu einer Seite führt, auf dem man ein 79 USD teures e-book kaufen kann oder alles dafür spricht, dass sich diese Person nicht im geringsten mit dem auskennt, was Social Media ist.
Übertreibungen und Angebereien kommen in der Twitter Biographie selten gut an, es sei denn es handelt sich um Ironie.
So, das ist mir für’s erste eingefallen. Solltet ihr weitere Ideen haben, könnt ihr diese gerne in Form eines Kommentars ergänzen.

  • http://blog.gilly.ws Gilly

    Ts Ts Ts… Twitter Knigge? My Ass! Ganz ehrlich. Jeder so wie er will. Wem es nicht passt -> unfollow.

  • http://www.facebook.com/people/Ricarda-Riechert/593279975 Ricarda Riechert

    Wichtigste Twitterregel: Beachte keine Twitterregeln 😉

  • http://www.bloggezwitscher.de germanstudent

    Ja, irgendwie wusste ich, dass diese Kritik kommen wird. Insgesamt sollten das ja auch nur Empfehlungen sein, an die sich keiner halten muss, aber die meiner Meinung nach irgendwie zu einer besseren Twitter Erfahrung führen.

  • http://www.bloggezwitscher.de germanstudent

    Ach ja 😀

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