eBooks boomen bei Amazon.com

31. Januar 2010

in BlogGezwitscher

kindle-ebook-reader
Bild: richardmasoner | Lizenz

In den Staaten scheint sich der Trend zum eBook bereits durchgesetzt zu haben.

Jeff Bezos, der Amazon.com Gründer und CEO, gab gestern im Finanzbericht zum vierten Quartal 2009 folgendes bekannt

And Kindle owners read, a lot. When we have both editions, we sell 6 Kindle books for every 10 physical books. This is year-to-date and includes only paid books — free Kindle books would make the number even higher.
Quelle: Yahoo Finance

frei übersetzt

Kindle Besitzer lesen viel. Wenn beide Versionen verfügbar sind, verkaufen wir 6 Kindle eBooks für jede 10 “normale” Bücher. Dies ist seit Jahresbeginn so und gilt nur für bezahlte Bücher. Wenn kostenlose Kindle eBooks hinzugezählt würden, wäre die Zahl noch viel höher.


Mögliche Gründe

Der Amazon Kindle wird in Europa noch gar nicht offiziell verkauft. Wer den eBook Reader hierzulande nutzen möchte, muss eine internationale Version des Kindles auf der (US) Amazon.com Seite bestellen.

In einer kleinen Twitter Umfrage zum Theme eBooks, stellte sich heraus, dass immer noch viele Menschen ein echtes Buch bevorzugen.

Doch in den Staaten boomt das eBook Geschäft bereits.

Ein Grund, für die relativ hohen Verkaufszahlen von eBooks, könnte das Preismodell sein. In der Regel sind die digitalen Versionen immer günstiger als die Papierversion.

70% Royalties Option

Durch die Einführung der neuen 70% Royalties Option wird der Reiz für Autoren noch größer, ihre Bücher auch in digitaler Form anzubieten.

Mit der neuen Option würde ein Autor für den Verkauf eines $8,99 USD Buches $6,25 USD anstatt $3,15 USD bekommen. Fast das doppelte. Dafür muss er Amazon.com aber auch einiges zugestehen

  • Der Preis des eBooks muss zwischen $2,99 USD und $9,99 USD liegen
  • Der Listenpreis muss mindestens 20% unter dem Verkaufspreis des Buches in der Papierversion liegen
  • Das Buch muss in allen Regionen verfügbar gemacht werden, für die der Autor die Rechte besitzt.
  • Der Autor muss zustimmen, dass die Inhalte des Buches mit der Text to Speech Funktion auf dem Kindle gehört werden dürfen.
    Quelle / Mehr Informationen (englisch)

Bisher bekommen Verlage den Großteil des Bucherlöses und Autoren erhalten nur 15-20% des Verkaufspreises. Die Verlage bieten dafür aber unter anderem auch Kontakte zu Händlern und Werbung auf verschiedenen Kanälen.

Wahrscheinlich war die Amazon.com 70% Royalties Option aber nur eine Reaktion auf das von Apple angekündigte iPad.

In dem darauf vorinstallierten iBook Store, können auch digitale Bücher erworben werden. Autoren erhalten hier, ähnlich wie für die iPhone Apps, 70% des Verkaufspreises.

Es bleibt spannend zu sehen, wie sich der eBook Markt in Europa entwickelt. Werden auch hier ähnlich hohe Verkaufszahlen möglich sein?

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